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Versteinertes Wasser

Tausende Jahre, kompakt in wenigen Zentimetern Stein: In Tropfsteinen steckt ein wertvolles Klimaarchiv, das weiter zurückreicht als Baumringe und Eisbohrkerne.

Mit seinem Team sammelt Prof. Dr. Dominik Fleitmann Proben aus Tropfsteinhöhlen in verschiedenen Weltregionen – etwa im Mittleren Osten, in Nordafrika, aber auch in der Schweiz. In der Grotte de Milandre im Kanton Jura messen die Forschenden seit einigen Jahren die Tropfrate und die Temperatur, um diese Messdaten in ihre Analysen einfliessen zu lassen. Der Fokus liegt aber auf dem Inneren der Stalagmiten: Aus den geschichteten Ablagerungen können die Forschenden rekonstruieren, wie die Niederschlagsmengen und die Temperaturen über die Jahrtausende schwankten. Ähnlich wie Baumringe spiegeln die Schichten des «versteinerten Wassers», wie Fleitmann es nennt, die Klima- und Wetterbedingungen wieder. Künftig möchte er in den Ablagerungen auch nach Spuren von Erbgut suchen, das Rückschlüsse auf die Gemeinschaft von Bodenorganismen im Erdreich über der Höhle zulässt. So liessen sich zusätzliche Einblicke in damalige Umweltbedingungen gewinnen.